Haltung von Robustpferden

Die natürliche und anzustrebende Haltungsform für alle robusten Pferderassen ist die ganzjährige Haltung im Freien: vom Frühjahr bis Herbst auf der Weide und im Winter im großzügigen Auslauf. Zum Schutz vor Witterungseinflüssen und Insekten stehen bei dieser Art der Haltung ein Offenstall zur Verfügung. Die Robusthaltung hat gegenüber der Stallhaltung viele Vorteile:

- weniger arbeits- und kostenintensiv

- Weide dient gleichzeitig als Nahrungsaufnahme und ist artgerechte Umgebung für das Lauftier Pferd

- Körper- und Verhaltensstörungen mangels ungenügender Bewegung  und ungenügender sozialer Kontakte werden ausgeschlossen.

Bei der Robusthaltung leben die Pferde in Gruppen auf den Wiesen. Als groben Anhaltspunkt für den Flächenbedarf der Wiese für ein z.B. Islandpferd wird in der Literatur 0,5 ha angegeben, es hängt aber von einigen weiteren Faktoren ab:

- gute Böden - schlechte Böden

- viele Tiere auf geringer Fläche oder große Fläche mit wenig Tieren

- gezielte Düngemaßnahmen

- eigene Heuwerbung geplant.

Zum Schutz von allen Robustrassen ist ein guter, stabiler Zaun unerlässlich. Schön und sehr stabil sind Holzzäune, aber auch sehr teuer.  Günstiger und genauso sicher sind Elektrozäune, mit Glattdraht und weißer, breiter Litze, die von den Tieren gut gesehen werden kann. Hierbei muss aber die Funktion des Stromgerätes immer wieder gut kontrolliert werden. Sind die Drähte und Litzen ohne Strom, so gehen viele Pferde (und vor allem die Shettys) einfach durch und können u.U. große Schäden anrichten. Auch verursachen diese Drähte dann manchmal enorme Verletzungen hauptsächlich an den Pferdebeinen.

Stacheldrahtzäune sollten in der Pferdehaltung völlig tabu sein, sie verursachen immer schwerste Verletzungen. Viele Pferde mussten aufgrund solcher Verletzungen schon ihr Leben lassen.

Für die Zäune werden die Pfähle 60-80 cm in den Boden eingegraben oder betoniert und stehen dann noch 1,00-1,20 m über dem Boden. Die günstigsten Abstände zwischen den Pfählen betragen rund 4 m.

Der Offenstall für die Pferde sollte so groß sein, dass auch das rangniederste Pferd hinein kann. Als Faustzahl kann man sich merken : doppelte Widerristhöhe zum Quadrat, also bei  2 Islandpferden 10 m² - bei 4 Pferden doppelt soviel = 20 m². Die Größe richtet sich aber nicht nur nach der Menge der Pferde, sondern auch danach, ob im Offenstall auch gefüttert wird. Soll im Offenstall also gefüttert werden, muss er so groß sein, daß auch hier das rangniederste Pferd an sein Futter kommen kann. Gerade im Winter sollte man gut beobachten, denn oftmals ist Abmagerung ein Zeichen dafür, daß der "Letzte" der Herde nicht an sein Futter kommt.

Es wird wohl selbstverständlich sein, dass der Mensch alle Ecken und Kanten nachsieht, damit keine Verletzungsgefahr für die Pferde von z.B. herausragenden Nägeln, Schrauben, scharfen Ecken o.ä. besteht.

Der Stallboden sollte 15-20 cm höher liegen, als die umgebende Fläche, damit bei Platz- oder Dauerregen der Stall nicht voll Wasser laufen kann. Es muss dafür gesorgt werden, dass die Feuchtigkeit auf dem Stallboden versickern kann. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten von Beton bis zu den weichen Kunststoffmatten, die Industrie zeigt uns Pferdehaltern mittlerweile sehr viele Möglichkeiten auf.

Günstigerweise wird auch der Vorplatz des Offenstalles befestigt, damit die Pferde die Möglichkeit haben, zwischen Matschboden oder trockener Fläche wählen zu können. Im Winter werden die Pferde zur Schonung der Weide auf dem Paddock gehalten, ein Auslauf der günstigerweise trittfest und ohne staunasse Stelle ist. Tägliches Absammeln der Kothaufen ist aber unbedingt erforderlich, da der Auslauf enorm schnell verschlammt und sich dann beim Zersetzungsprozess Pilze u.ä. bilden,  die die Pferde gesundheitlich schädigen.

 

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